Informationen: Porta Claudia

Während des Dreißigjährigen Krieges, im Jahre 1633, und dann noch 1656 erwarb die Regierung in Innsbruck vom Hochstift Freising einen Platz in der Talenge von Scharnitz nördlich der damaligen Landesgrenze, um eine mächtige Sperre quer über das Tal anzulegen. Die Scharnitzer Feste erhielt den Namen der damaligen Landesfürstin Claudia von Medici, also den Namen Porta Claudia. Die Scharnitzer Feste wurde gemäß den Grundsätzen der neuzeitlichen Festungsbaukunst errichtet. Diese Landesfeste erwarb sich 1805 Ruhm und Ehre. Napoleon gab dem Marschall Ney den Befehl, das widerspenstige Bergland Tirol zu erobern. 700 Mann Linientruppen lagen in der Festung. Am 3. November 1805 setzte Ney zum Sturm auf die Sperre an.

Alle Angriffe wurden abgewehrt, jede Übergabeaufforderung abgelehnt. Erst als es den Franzosen gelang, in den Rücken der Feste zu gelangen, war das Schicksal der Porta Claudia besiegelt. Die Besatzung musste unbesiegt in die Gefangenschaft gehen. Die Franzosen sollen 1800 Mann an Toten und Verwundeten verloren haben. Die Porta Claudia aber wurde mit viel Sprengpulver, das mehr als 1200 Gulden gekostet haben soll, zerstört. Übrig blieb nur das, was man heute, vor allem westlich der Straße Scharnitz-Mittenwald, noch sehen kann. Im 1964 verliehenen Gemeindewappen von Scharnitz ist die Porta Claudia verewigt. In einem goldenen Schild steht auf einem grünen Dreiberg ein schwarzer, bezinnter, von gleichen Mauern flankierter Torbogen.